Ob in Hamburg, Berlin oder Köln: Die Off-Szene wird zunehmend zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion, wobei vor allem ihre politischen und soziokritischen Aspekte hervorgehoben werden. Die Ausstellung Unter dem Radar schlägt eine entscheidend andere Richtung ein und fokussiert in erster Linie auf die künstlerischen Spezifitäten einer nicht institutionellen und selbstorganisierten Kunstszene.
Sie versucht erstmalig, einen deskriptiven Apparat zu entwickeln, der der Struktur und Funktion von Künstlerinitiativen gerecht wird. Sie fragt nach den Motiven von Off-Raum-Betreibern und stellt verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten vor. Selbstverständlich wird die politische Tragweite des Off-Phänomens durch diese Fokussierung nicht ausgeblendet, denn die Schöpfung eines alternativen Kunstraums ist immer auch ein politisches Statement.
Der Charakter der Ausstellung ist dokumentarisch: Anhand von Zeugnissen wie Texten, Fotos, Filmen oder Plakaten soll ein retrospektivischer Blick auf die Geschichte der Düsseldorfer Off-Szene geworfen werden.
Eine repräsentative Auswahl von circa 20 Projekten aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit stellt die Vielfalt der lokalen Künstlerschaft dar.
Die Bandbreite reicht von den sogenannten Abendausstellungen der Zero-Gruppe zwischen 1957 und 1959 (die Initialzündung einer künstlerischen Selbstorganisation in der Nachkriegszeit) bis zu aktuellen Projekten von Absolventen der Kunstakademie.
Mit diesem historisch-dokumentarischen Anspruch bildet die Präsentation eine Premiere in der deutschen Ausstellungslandschaft: Noch nie wurde versucht, die hoch fluktuierende Off-Szene einer Stadt kunstwissenschaftlich aufzuarbeiten.
Die dokumentarische Ausstellung "Unter dem Radar" wird von einer zweiten Ausstellung begleitet, die fünf Positionen der Düsseldorfer Off-Szene präsentiert.
Künstler, die selbst einen Off-Raum betreiben oder betrieben haben, wurden eingeladen, auf die besondere Situation und Atmosphäre der Ausstellungshallen zu reagieren.
Sie erweitern das historische Geschehen durch aktuelle Arbeiten und bieten einen Ausblick auf die zukünftige künstlerische Praxis in und aus Düsseldorf.
Es entstanden meist ortsbezogene monumentale Installationen, die einen Kontrapunkt zur Struktur der dokumentarischen Ausstellung bilden.
Mit dabei: Joung-en Huh, Thomas Neumann, Mark Pepper, Wolfgang Schäfer und Jörg Steinmann.
Die Ausstellung wurde von Emmanuel Mir in Zusammenarbeit mit Florian Kuhlmann organisiert und kuratiert.
Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Exhibition Design der Fachhochschule Düsseldorf realisiert. Betreut wird der Entwurf der edi-Studenten Kira Schnieders, Julia Werner und Julia Scholzen von Prof. Stefan Korschildgen und Prof. Philipp Teufel.
Ausstellung Unter dem Radar
im Con-Sum | Ronsdorfer Straße 77a
Eröffnung: Freitag, 8.10.2010 um 19 Uhr
Öffnungszeiten
09.10. bis 13.10.2010 | von 15 bis 20 Uhr
14.10. bis 16.10.2010 | von 15 bis 23 Uhr
Zero | Interim | Laden | MedienMafia | Paul Pozozza Museum | Ratherstraße 25 | Ateliers Höherweg | Con-Sum | onomato | plan.d. | Acker204 | Galerie Revolver | Site | Glashaus | Brause/Metzgerei Schnitzel e.V.| Creamcheese | WP8 | wg/3zi/k/bar | Stadtraum.org | Ninasagt
5 Künstler die aus der Düsseldorfer Off-Szene entstammen - und nach wie vor dort wirken - kommentieren mit aktuellen Positionen das Geschehen.
Waren Müritz 2003 (2010)