Beim Wandern durch das frisch sanierte Touristenstädtchen Waren an der Müritz fällt Mark Pepper eine Störung im mittelalterlichen Stadtbild auf. Ein Neubau, in handwerklich hervorragender Bautradition, baumarktgerecht und DIN- beständig. Aufgrund der Akkuratesse des Neubaus bezeichnet er es von nun als Idealhaus. Die Adaption des Originals, Aufbau und Rückbau beschäftigen Pepper vom Jahr 2003 an bis 2007. Eingeladen zum Vierwände Kunstfestival, zeigt Pepper "Waren Müritz" Retrospektiv als Raum und Videoinstallation.
»In einer Zeit, da uns der Kontrast zwischen Stadt und Land abhanden zu kommen scheint, sich die Umgebungen hinsichtlich Homogenisierungs- oder Programmierungs-Grad, hinsichtlich Kontrolle und Ordnung nicht mehr voneinander unterscheiden lassen, stellt sich die Frage, wie sich eine politische Grundhaltung mangels erworbener Wahrnehmungsfähigkeiten überhaupt noch ausbilden soll. Diese, durch die Medien eng intendierte und auf den Punkt fokussierte kultivierte Landschaft beschränkt die Interpretation und das Denken auf ein Minimum, damit ja kein abschweifender Gedanke von der Intention, man könnte auch sagen vom Konsum, entsteht. Es gibt die Natur nicht mehr, die uns den Abstand ermöglicht, aus dem wir unsere kulturelle Leistung erkennen und kritisieren können. Für diesen Abstand sind wir nun selbst zuständig.«
Mark Pepper
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5 Künstler die aus der Düsseldorfer Off-Szene entstammen - und nach wie vor dort wirken - kommentieren mit aktuellen Positionen das Geschehen.
Waren Müritz 2003 (2010)